Familienforschung und Ahnenliste Werner Roth

Ostthüringer Zeitung vom 23. Mai 2017

www.ahnen-roth.de

Werner Roth ist seit 40 Jahren Hobby-Genealoge und stellt die Ergebnisse seiner Forschungen ins Internet

Von Dr. Karin Opitz

Nein, in die Wiege gelegt hat ihm dieses Hobby keiner. Oder vielleicht doch? Er war freilich der Erste in seiner Familie, den die Ahnenforschung gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Beim Betrachten vergilbter alter Familienfotos hätte er so gern gewusst, wer da zu sehen ist. Ohne Notiz auf der Rückseite waren sie für ihn wertlos. Er wollte unbedingt etwas über seine Wurzeln in Erfahrung bringen. Doch Vater und Großeltern waren so früh verstorben, dass er sie nicht mehr fragen konnte, und die Mutter stammte aus Heydekrug in Ostpreußen und konnte ihm keine Auskunft geben.

Genealoge Werner Roth

Im Garten und beim Spaziergehen mit dem Hund findet Werner Roth Entspannung von seinen Recherchen

Foto: Dietmar Opitz

Also begann er, selbst nachzuforschen - und hat damit an der Ingenieurschule in Jena auch seinen Freund Martin angesteckt...

Welche Ausmaße diese Suche annehmen würde, konnte Werner Roth damals nicht ahnen, auch nicht, welche Schwierigkeiten ihn herausfordern würden und wie viel Zeit das alles braucht.

Doch bereut hat er nichts: "Es ist mir gelungen, 400 Jahre Familiengeschichte aufzuspüren und zusammenzutragen. Das war anfangs sehr schwierig, weil meine Vorfahren nicht nur aus dem Vogtland, sondern auch aus Baden-Württemberg und Bayern stammten. Also brauchte ich Kontakte, die für mich das recherchierten, was mir nicht möglich war. Dafür habe mich mit Recherchen hier vor Ort revanchiert."

Als er nach der Wende selbst in die Archive reisen konnte, wurde es leichter und seit der Digitalisierung der Quellen kann er seine Nachforschungen ganz bequem im heimischen Arbeitszimmer in Thränitz im Internet anstellen.

Trotz aller Erfahrung und Routine: Gelegentlich findet er es immer noch schwierig, Jahrhunderte alte Handschriften zu entziffern und Einträge zu interpretieren. Früher konnte ihm da Dr. Frank Reinhold weiterhelfen, der deutschlandweit anerkannte und geschätzte Geschichts- und Namensforscher aus Obergeißendorf, an den er sich voller Dankbarkeit erinnert. Dieser hatte ihm oft mit Rat und Tat zur Seite gestanden. "Familienforschung ist eine komplizierte Sache. Unsicherheiten und Zweifel werden üblicherweise in den Ahnenlisten kenntlich gemacht. Doch selbst wenn bloße Vermutungen als solche gekennzeichnet sind, jede Vermutung ist möglicherweise ein Fehler mehr" sagt Werner Roth nachdenklich.

Werner Roth haben die genealogischen Forschungen auch verlässliche Hinweise auf die Berufe seiner Ahnen gegeben. Viele von ihnen waren Müller, Bierbrauer und Gastwirte.

Die erste sichere Spur seiner Vorfahren findet sich 1594 in Satteldorf/Crailsheim, wo der Wirt und Gastgeber Georg Roth mit seiner Frau Catharina als Taufpate eingetragen ist. Die Eheleute waren offenbar gern gefragte Paten, denn sie standen bis 1602 regelmäßig am Taufstein der dortigen Nikolauskirche.

Auch wenn es durch die Digitalisierung leichter geworden ist, die Ahnenforschung bleibt ein zeitaufwändiges Hobby und entpuppt sich nicht selten als Lebensaufgabe. Werner Roth geht das nicht anders. Haus, Hof, Garten, Teich und der Hund bestimmen sein tägliches Pensum. Und wenn die Enkelkinder kommen, bleibt für die Arbeit am Computer ohnehin kaum Zeit. Doch in der dunkleren Jahreszeit kann er dessen Anziehungskraft nicht mehr widerstehen, zumal es von Angeboten zur Recherche nur so wimmelt. Auch er hat seine Ergebnisse ins Netz gestellt, unter www.ahnen-roth.de, damit seine viele Arbeit nicht umsonst war.

Weil Werner Roth seit 30 Jahren in Thränitz lebt und sich hier wohlfühlt, wollte auch er dem dörflichen Geraer Ortsteil etwas Gutes tun. Also hat er eine zusätzliche Website aufgebaut. Unter der Adresse www.thraenitz.de "Thränitz ein Ortsteil von Gera in Thüringen" stellt er höchst interessante Informationen zur Verfügung, die den Rahmen der offiziellen Seite sprengen würden. Geschichtsfreunde werden die Chronik zu schätzen wissen - und Naturfreunde die Wandervorschläge und die Erinnerung an die ehemaligen Mühlen am Gessenbach.

Seine Leidenschaft für die Familienforschung beschränkt sich schon lange nicht mehr auf die eigene Familie. Akribisch hat er auch das Thema "Erbbegräbnisse im Vogtland" www.erbbegraebnis.de erforscht. Dass er dabei dem Rittergut Endschütz besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, ist der Familie von Wolffersdorff zu verdanken, die bis ins späte 19. Jahrhundert im Besitz der Gutes war und auch heute noch reges Interesse an der Entwicklung der Region zeigt.